Infografik mit verschiedenen Bauten

Der KSB-Neubau:
«Agnes», Neymar und der Burj Khalifa

Kann man einen Spitalneubau mit einem Fussballstar vergleichen? Oder mit dem höchsten Gebäude der Welt? Nein. Wir machen es trotzdem.

Die Bauarbeiten für das neue Kantonsspital Baden laufen auf Hochtouren. Bald beginnt auf der derzeit grössten und teuersten Baustelle des Kantons Aargau die Hochbauphase. Apropos «grösste» und «teuerste»: Man solle Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, sagt der Volksmund – das gilt auch in der Baubranche. Aber weil wir uns vom Volksmund nur ungern den Spass verderben lassen, haben wir die Kennzahlen des KSB-Neubaus mit jenen von weltbekannten Bauwerken verglichen. Und selbst wenn die Vergleiche etwas «hinken»: «Agnes» kann durchaus mithalten – sei es mit Fussballstadien, dem Kolosseum oder auch mit dem höchsten Gebäude der Welt.

Ein Spital = drei Fussballstadien

Der KSB-Neubau kostet 450 Millionen Franken, was umgerechnet fast drei Fussballstadien entspricht. Denn zählt man die Baukosten des Basler St.-Jakob-Parks, des Berner Stade de Suisse und der Swissporarena in Luzern zusammen, kommt man auf 455 Millionen Franken. Und weil Fussballvergleiche Spass machen: Für die Summe von 450 Millionen Franken könnte der FC Baden den brasilianischen Rekordmann Neymar (ca. 240 Mio.*), Portugals Cristiano Ronaldo (ca. 127 Mio.*) und dazu noch Nati-Spieler Granit Xhaka (ca. 40 Mio.*) verpflichten. Sie haben richtig gerechnet: Da bleiben noch 43 Millionen Franken übrig. Aber man muss ja nicht alles aufs Mal verjubeln …

* Die Summen beziehen sich auf den jeweils letzten Transfer der Spieler.

Der St.-Jakob-Park.

Das grösste Fussballstadion der Schweiz: Der St.-Jakob-Park.

Standhaft wie der Burj Khalifa

Anfang 2010 wurde in Dubai nach sechsjähriger Bauzeit das höchste Gebäude der Welt eröffnet: der Burj Khalifa. Mit seinen rund 830 Metern Höhe ist der Turm zwar etwa zwanzigmal so hoch wie der KSB-Neubau. Aber die Verankerungs-Kennzahlen sind durchaus vergleichbar: Der Turm zu Dubai steht auf rund 850 Betonpfählen, «Agnes» bringt es auf 830 Pfähle. Die Aufgabe dieser teils bis zu über dreissig Meter langen Betonpfeiler ist es, die Last des Gebäudes zu tragen und dafür zu sorgen, dass das Spital gewissen Erderschütterungen standhält.

Blick auf Burj Khalifa

Mit 830 Metern Höhe ist der Burj Khalifa das höchste Gebäude der Welt.

Willkommen im Hotel KSB

Ein Spital ist in gewisser Weise durchaus mit einem Hotelbetrieb vergleichbar. Denn auch Patienten sind Gäste, die es nicht nur medizinisch, sondern beispielsweise auch kulinarisch zu versorgen gilt. Und wer nicht ambulant behandelt wird, braucht einen Schlafplatz. 400 Betten werden im KSB-Neubau zur Verfügung stehen. Eine ähnlich hohe Logierkapazität hat beispielsweise das renommierte Edelhotel Victoria-Jungfrau in Interlaken. Übrigens: Von den hundert grössten Schweizer Hotels haben nur gerade knapp 20 Häuser 400 oder mehr Betten im Angebot.

Das Hotel Victoria-Jungfrau

Genau wie der KSB-Neubau verfügt auch das Hotel Victoria-Jungfrau über 400 Betten.

«Baggern», bis der Arzt kommt

Dieser Grundsatz gilt sowohl für die Entstehung von Liebesbeziehungen als auch für die Baubranche: Wer seine Zukunft aufbaut, muss erst mal ordentlich «baggern». 230 000 m3 Erde mussten für den Aushub des KSB-Neubaus weichen. Um diese Menge an Aushubmaterial abzutransportieren, waren rund 19 000 Lastwagenfahrten nötig. Zum Vergleich: Das Ausbruchsvolumen der dritten Röhre des Bareggtunnels betrug 172 200 m3. Der Tunnel wurde 2004 eingeweiht und ist eines der meistbefahrenen «Löcher» der Schweiz.

Der Bareggtunnel

Der Bau der dritten Tunnelröhre konnte im Juni 2003 abgeschlossen werden.

«Agnes» auf Augenhöhe mit Jesus von Rio

Nein, der KSB-Neubau ist kein Hochhaus im klassischen Sinn. Mit acht Stockwerken wird «Agnes» beispielsweise nur halb so hoch sein wie das bestehende Badener Spital. Ein von der Höhe her vergleichbares Bauwerk ist der weltberühmte «Cristo Redentor», der über Rio de Janeiro in Brasilien thront. Die monumentale Christusstatue misst 30 Meter und ist damit nur gerade 2 Meter höher als «Agnes».

Blick auf den «Cristo Redentor» in Rio de Janeiro

Der Cristo Redentor ist das unverkennbare Wahrzeichen von Rio de Janeiro.

Gesundheit ist spektakulärer

Empfangsbereich, Untersuchungszimmer, Bettenhaus, OP- und Gebärsäle, Lagerräume, Büros, Cafés und vieles mehr: Gesundwerden braucht Platz. Die Nutzungsfläche des KSB-Neubaus beträgt denn auch satte 76 200 m2. Das sind umgerechnet etwa fünf zürcherische Sechseläutenplätze oder mehr als die doppelte Arenafläche des Kolosseums in Rom. Im Gegensatz zur römischen Arena, in der es unzählige verletzte Gladiatoren gab, verfolgt das KSB ein anderes Ziel: nämlich, dass möglichst viele Menschen das Gebäude möglichst gesund wieder verlassen können.

Das Kolosseum in Rom

Die doppelte Fläche des Kolosseums entspricht in etwa der Fläche des KSB-Neubaus.

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