Bohrung der 170 Löcher für die Erdwärmesonden

Wärmepumpe: Erneuerbare Energie für Agnes

Bei der Konzeption des KSB-Neubaus spielte Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. So nutzt das Gebäude Wärmepumpen für die Heizung. Bei der Warmwasseraufbereitung kommt zudem Fernwärme zum Einsatz.

170 Löcher mit einer Tiefe von bis zu 160 Metern bohren die Bauarbeiter momentan in den Boden. In die Löcher verlegen sie jeweils Erdwärmesonden. Diese entziehen dem Erdreich Wärme, mit der das Gebäude geheizt wird. Das funktioniert so: Jede Erdwärmesonde enthält ein zirkulierendes Wasser-Glykol-Gemisch. Das nimmt die Wärme aus dem Erdreich auf und leitet sie zum Wärmetauscher (Kondensator). Dieser ist Teil der Wärmepumpe. Mithilfe von Strom erzeugt sie Wärme, die dann in die verschiedenen Gebäudeteile geleitet wird.

Visualisierung einer Wärmepumpe

Wärme aus der Erde: So funktioniert die Raumheizung im Neubau.

Wärme aus dem Erdreich

Diese Art von Wärmepumpe, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, zeichnet sich durch einen hohen Wirkungsgrad aus. «Für die Raumheizung benötigen wir Wärme auf einem tiefen Temperaturniveau von 35 bis 40 °C», sagt Sandro Tehlar, Projektleiter Heizung/Kälte. «Dadurch braucht die Wärmepumpe nur wenig Strom, um die Umweltenergie aus dem Erdreich umzuwandeln.»
Zudem gewinnt der Spitalneubau voraussichtlich dank einer Photovoltaikanlage auf dem Dach Solarenergie. So deckt das Gebäude einen Teil des Strombedarfs der Wärmepumpen selbst ab.

Eine Wärmepumpe für den Neubau

Der voraussichtliche Energiebedarf für die Raumheizung beträgt 5349 MWh pro Jahr. Das entspricht etwa dem Stromverbrauch von über 1000 durchschnittlichen Einfamilienhäusern.
«Wir wollen einen möglichst grossen Anteil des Energiebedarfs mit den Wärmepumpen decken», sagt Sandro Tehlar. «Der Platz im Bauperimeter grenzt die Anzahl Erdwärmesonden ein – und damit auch die Energie, die über die Wärmepumpe zur Verfügung steht.» Daher deckt die Wärmepumpe auch nicht den gesamten Energiebedarf für die Raumheizung. Der Rest – sowie das Warmwasser – steht über Fernwärme zur Verfügung.

Überblick auf die Baustelle mit den Bohrungen

Der verfügbare Platz im Bauperimeter grenzt die Anzahl der Erdwärmesonden ein.

Fernwärme für Warmwasseraufbereitung

Die Fernwärme für den KSB-Neubau ist eigentlich Abwärme aus einem industriellen Prozess. «Diese verfügt über ein hohes Temperaturniveau von rund 80 bis 100 °C», sagt Sandro Tehlar. «Daher eignet sie sich ideal für die Warmwasseraufbereitung.»

Aus Wärme wird Kälte

Der KSB-Neubau braucht allerdings nicht nur Wärme – insbesondere im Sommer muss das Gebäude gekühlt werden. «Auch dafür dient uns Fernwärme», sagt Sandro Tehlar. «Statt die Abwärme einfach in der Aussenluft verpuffen zu lassen, nutzen wir sie für die Kälteproduktion.» Eine Absorptionskältemaschine wandelt die Abwärme in Kälte um. «Somit heizen und kühlen wir nachhaltig mit erneuerbaren Energien – eine ideale Kombination», sagt Sandro Tehlar.

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